7.3 Uexküll 1811

Karl Friedrich Emich von Uexküll-Gyllenband, Fragmente über Italien, 1811

Fa 230-4120 raro II

Auf dem Titelblatt der anonym publizierten Fragmente über Italien ist im Exemplar der Bibliotheca Hertziana der Name „Baron von Ixküll“ hinzugefügt und in etwas kontradiktorischer Weise ergänzt: „Der anonyme Reisende hat nur einige Dutzende Exemplare abdrucken lassen, für seine Freunde auf deren Diskretion er sich verlässt, dass sie ihn nicht nennen, wenn sie auf seinen Namen errathen.“ Karl Friedrich Emich von Uexküll-Gyllenband (1755-1832), der sich selbst Ixküll nannte, war Kunstsammler und Kunstschriftsteller.

Nachdem er auf Grund seiner Taubheit sein Amt als Geheimrat im württembergischen Staatsdienst niederlegen musste, unternahm er in den Jahren 1804, 1805 und 1810-1811 drei Reisen nach Italien, wo er auch den Kontakt mit Künstlern pflegte. Die Briefe an einen Freund sind vier lange Schreiben aus Rom, datiert zwischen 1. Juli 1811 und 24. September 1812. Sie sind weniger eine Beschreibung von Rom (und Neapel, wohin er einen Ausflug inklusive der Besteigung des Vesuvs unternimmt) oder Kunstbetrachtungen, als zumeist pessimistische Reflexionen über den Verfall der Kultur im Allgemeinen. Hinsichtlich der Stadt verfolgt er kritisch die Veränderungen, welche die „Franzosenzeit“ mit sich brachte – etwa die Ausgrabungen um Kapitol, Forum Romanum und Kolosseum, die er für unnötig hält, da bereits alles gefunden worden sei (S. 6-20).

Der gedruckte Text weist auf etlichen Seiten Leerstellen auf, in die handschriftlich etwas eingefügt wurde. Diese Charakteristik zeigt auch das Exemplar in der bayerischen Staatsbibliothek in München, wobei die Ergänzungen zwar sinngemäß ähnlich, im Wortlaut aber anders sind. [PH]

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