7.2 Fea 1826
Carlo Fea, Nuova descrizione di Roma, Roma 1826
Dg 450-4261 Coll. rom. III
Im Jahr 1820, wenige Jahre nach der Rückkehr von Pius VII. nach Rom (1814), erschien die Descrizione di Roma antica e moderna (Beschreibung des antiken und modernen Rom) des renommierten Archäologen Carlo Fea. Der Wunsch, alle Spuren der vergangenen französischen Besatzung zu beseitigen, treibt den Autor zu einer regelrechten damnatio memoriae Napoleons. Im Gegensatz dazu lobt der Antiquar das Mäzenatentum von Pius VII. und erinnert detailliert an die Maßnahmen, die während dessen Pontifikats umgesetzt wurden. Nicht selten werden dabei die von der französischen Regierung initiierten Projekte geschickt dem Willen des Papstes zugeschrieben – so etwa im Fall der Ausgrabungen in der Arena des Kolosseums.
Die Vorsätzlichkeit von Feas Auslassungen und Ungenauigkeiten wird umso augenfälliger, wenn man seine bedeutenden Ämter unter der französischen Verwaltung berücksichtigt. Er war Mitglied der Commission des monuments sowie Berater des Generals Miollis, Joseph-Marie de Gérando und dem Präfekten Camille de Tournon. Fea war mithin bestens über die zwischen 1809 und 1814 in Rom durchgeführten Ausgrabungen informiert, die er zum Teil sogar persönlich beaufsichtigt hatte. Der Reiseführer ist somit das Ergebnis einer bewussten Verfälschung der Realität – mit dem klaren Ziel, die päpstliche Macht und ihre Kontrolle über Rom zu verherrlichen. [AC]




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