5.5 Goethe 1830

Johann Wolfgang von Goethe,  Goethe’s Werke, Stuttgart und Tübingen 1830

Fa 200-4300/1 raro III

In der Italienischen Reise beschreibt Goethe seine fast zweijährige Reise, die er zerrissen zwischen seiner Doppelexistenz als Dichter und Staatsbeamter inkognito unternahm und als Befreiung und existenzielle Bereicherung empfand. Rom gilt dabei intellektuell und persönlich als wichtigste Etappe. Die Publikation, basierend auf seinen Reisetagebüchern und Briefen, entstand wesentlich später und vermittelt sicher bewusst ein ausgesprochen positives Italienbild. Die Beschreibung des ersten römischen Aufenthaltes von Ende Oktober 1786 bis Februar 1787 erschien bereits 1814 als Teil seiner autobiographischen Schriften, der zweite römische Aufenthalt von Juni 1787 bis Mai 1788 erst in der hier vorliegenden Ausgabe letzter Hand in Band 29 von 1830 (Zp-GOE 7551-4270/29-30 raro III). Während die erste Hälfte in Tagebuchform verfasst ist, sind die Kapitel über den zweiten römischen Aufenthalt überwiegend nachträgliche Berichte, in die zahlreiche allgemeine Betrachtungen über bildende Kunst und Theater einfließen. Die Bibliotheca Hertziana besitzt den ersten Teil der Italienischen Reise (Bd. 27 und 28) in einem weiteren Exemplar in zwei Bänden gebunden, dessen erster hier zu sehen ist. Die Beschreibung Roms beginnt in Band 1 (27), S. 197 und endet mit dem römischen Karneval. Hier lässt sich die Begeisterung erkennen, mit der Goethe alles aufnahm, was ihm begegnete. Eine große Rolle spielt seine Freundschaft zu Tischbein, der ihn an seinem künstlerischen Wissen teilhaben ließ und ihn oftmals auf seinen Erkundungstouren durch die Stadt begleitete. [PH]

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