2.3 Roisecco 1750

Roma antica e moderna, edita da Gregorio Roisecco, Roma 1750

Dg 450-3501 Coll. rom. II

„Die Höchstleistung dieser Hauptepoche der römischen Lokalliteratur“. Mit diesen Worten charakterisierte Ludwig Schudt 1930 die 1765 publizierte Ausgabe der Roma antica e moderna (Das antike und moderne Rom) von Gregorio Roisecco. Erstmals 1745 erschienen, stellte das Werk sowohl in formaler als auch in inhaltlicher Hinsicht eine absolute Neuerung auf dem Markt der Reiseführer dar. Roisecco gliederte die Stadt in Rioni (die seit dem Mittelalter gebräuchliche Unterteilung der Stadtviertel) und beschrieb in einem einzigen, zusammenhängenden topographischen Rundgang antike Monumente ebenso wie moderne Bauwerke. Damit überwand er die herkömmliche Trennung zwischen antikem und modernem Rom, wie sie bereits bei Pompilio Totti zu finden war. Zugleich begann er mit einer systematischen Erfassung der Gemälde und Skulpturen in Kirchen und Palästen und bot so ein zuverlässiges und aktuelles Verzeichnis der in der Stadt aufbewahrten Kunstwerke.

Die außergewöhnliche Qualität des Textes erklärt den enormen Erfolg, den der Führer durch das ganze folgende Jahrhundert erlebte. Nicholas Cochin und der Abt von Saint-Non konsultierten ihn während ihrer Aufenthalte in Rom, Jérôme de Lalande und Johann Jacob Volkmann empfahlen seinen Erwerb nachdrücklich, und noch im 19. Jahrhundert verließen sich Gelehrte, Kunstkenner und Reisende aller Art auf dieses Werk. 1814 schließlich bezeichnete John Pinkerton die Roma antica e moderna als „in Italien wegen ihrer Genauigkeit und historischen Wahrheit hochgeschätzt“. [AC]

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