1.4 Lassels 1670

Richard Lassels, The Voyage of Italy, London 1670

Fa 150-2700/2 raro II

Bereits der Untertitel des zweibändigen Werkes, die im Falle des Exemplars der Hertziana zusammengebunden sind, verweist auf seinen Anspruch: „Mit einer Beschreibung des Charakters der Einwohner, der wichtigsten Städte, Kirchen, Klöster, Grabstätten, Bibliotheken, Paläste, Villen, Gärten, Gemälde, Statuen und Altertümer sowie der Interessen, der Regierung, des Reichtums, der Macht und aller Fürsten. Mit Anweisungen für Reisende. Von Richard Lassels, Gentleman, der als Tutor mehrerer englischer Adliger und Edelmänner fünfmal durch Italien reiste.“ Lassels selbst war September 1668 in Montpellier während seiner sechsten Italienreise verstorben, sein Manuskript wurde von Simon Wilson überarbeitet und veröffentlicht. Die Publikation führte den Terminus „Grand Tour“ in die englischsprachige Literatur ein und zeigt die Kenntnis der Schriften von Giorgio Vasari und Carlo Ridolfi. Wenngleich das Ziel der Bildungsreise nicht vorwiegend religiöser Natur war, so ist die christliche Verankerung des Autors, der 1632 zum Priester geweiht worden war, durchaus präsent. Ein Großteil des zweiten Bandes ist Rom gewidmet und beginnt mit einem Diskurs (S. 4 -20), warum die Stadt zurecht „Roma la Santa“ genannt werde, wobei die Wohltätigkeit der Kirche im Vordergrund steht. Generell nehmen religiöse Orte und Reliquien einen großen Raum in seiner Beschreibung ein. Der Bericht endet (S. 257/258) mit einer Feststellung: Rom sei auf Grund seiner Internationalität und Geschichte die beste Stadt zum Leben, auf Grund seiner Heiligkeit aber gleichermaßen auch die beste Stadt zum Sterben. [PH]

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