6.4 Dionigi 1809
Marianna Dionigi, Viaggi in alcune città del Lazio, Roma 1809
Be 3218-4090 raro VIII
Marianna Candidi Dionigi (1756-1826) hatte eine humanistische Ausbildung in Sprachen, Musik und Archäologie genossen. Sie wurde jung verheiratet und gebar sieben Kinder. Ihre Karriere als Malerin, Schriftstellerin und Archäologin fällt in die Jahre nach dem Tod ihres Mannes 1801, in denen sie auch in ihrem Haus in der Via del Corso 310 in Rom einen bekannten Salon unterhielt. Ihr bedeutendstes Werk, das viele ihrer Interessen vereint, ist die Dokumentation ihrer Reisen nach Ferentino, Anagni, Alatri, Atina und Arpino. Sie wurde unter dem Titel Viaggi in alcune città del Lazio che diconsi fondate dal re Saturno (Reisen in einige Städte Latiums, die angeblich von König Saturn gegründet wurden) zwischen 1809 und 1812 in Fortsetzungen veröffentlicht. Es handelt sich um nummerierte Blätter, die Briefe und Stiche nach Zeichnungen der Künstlerin nebeneinanderstellen. Sie zeigen Ansichten der Städte, aber auch Dokumentation antiker Monumente und insbesondere der megalithischen Mauern, in einem zu dieser Zeit wenig bekannten und kaum besuchten Gebiet, das zu besuchen Mariana Dionigi keine Mühe scheute. Die Ansichten verbinden technische Präzision in der Wiedergabe der archäologischen Details und der natürlichen Umgebung auf besondere Weise. Hier kommt auch ihre Spezialisierung in der Landschaftsmalerei zum Tragen, mit der sie sich auch in den Precetti elementari sulla pittura de‘ paesi theoretisch beschäftigt hatte. [PH]



