1.2 Martinelli 1644

Fioravante Martinelli, Roma ricercata nel suo sito, Roma 1644

Dg 450-2440 Coll. rom. XX

Ab dem 17. Jahrhundert wurden die in Tagesetappen gegliederten Reiseführer mit Fioravante Martinellis Roma ricercata nel suo sito (1644) zu einer eigenständigen Gattung auf dem Buchmarkt. Der Autor war ein angesehener Gelehrter sowie Diener und Vertrauter von Orazio Giustiniani, der ihn um 1635 zum scriptor hebraicus und später zum scriptor latinus der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek ernannt hatte.

Der Führer Roma ricercata (das zu entdeckende Rom) entstand zu dem einzigen Zweck, Fremde auf praktischen Routen durch die Straßen der Stadt zu leiten, die es ermöglichten, die gesamte Urbs in nur zehn Tagen zu besichtigen. Die digitale Karte verdeutlicht eindrucksvoll die sorgfältige Organisation des städtischen Raums durch Martinelli. Die meisten Rundgänge beginnen und enden im Westen der Stadt, in den Vierteln Ponte und Parione. Als Orientierungspunkte dienen die Straßen dell’Orso und Tor di Nona, da sich in diesem Bereich die meisten Herbergen für Fremde befanden.

Der letzte Tag ist dem berühmten „Rundgang zu den sieben Kirchen” gewidmet. Die Einbeziehung dieser Strecke ist vielleicht der überzeugendste Beleg für den tiefen spirituellen Wert, dem das „zu entdeckende Rom” noch immer verbunden ist. Der Reiseführer bevorzugt konsequent eine christliche Lesart des städtischen Erbes, so dass sogar bedeutende heidnische Monumente wie der Vatikanobelisk oder die Cestius-Pyramide zu religiösen Metaphern werden. [AC]

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