5.6 Moreau 1839
Jean-Charles Moreau, Voyage ou Mes vacances en Italie, Tournay 1839
Fa 230-4396 raro raro IV
Jean-Charles Moreau, 1788 als Sohn armer Eltern in Messas geboren, erhielt durch Förderer eine Ausbildung in einem Priesterseminar, schloss in Orléans ein humanistisches Studium ab und erhielt 1805 die Tonsur. Danach war er jedoch zunächst im öffentlichen Dienst tätig und lebte unter anderem als Sekretär drei Jahre in Fiume, wo er Italienisch lernte. 1821 trat er in das Priesterseminar von Saint-Sulpice ein und begann eine kirchliche Karriere, 1824 wurde er zum Priester geweiht. Während seines Vikariats in Notre-Dame unternahm er 1836 seine zweite Reise nach Italien, die ihn nach Rom, Florenz und Neapel führte. Seine Reisebeschreibung hatte er zunächst in Form von Briefen an eine ihm verbundene Adelsfamilie verfasst, für den Druck aber dann überarbeitet. Obgleich die einzige Illustration, die dem Frontispiz vorangestellt ist, eine Ansicht Neapels mit dem Vesuv zeigt, ist der größte Teil seines Werkes (S. 22-204) der Stadt Rom gewidmet. Diese Kapitel sind ihren Überschriften zufolge thematisch gegliedert, etwa zu Gräbern oder Katakomben, allerdings ist die Beschreibung essaystisch und sparsam mit Angaben, die bei der Orientierung helfen würden. Auch ansonsten gibt es wenig konkrete Information – Künstlernamen nennt er nicht einmal in dem Kapitel, das den Künsten in Rom gewidmet ist. Das Exemplar der Hertziana wurde kurz nach seinem Erscheinen einem Schüler des Collège de Brugelette, dass 1835 von den Jesuiten zur Erziehung der Söhne französischer, katholischer Familien eingerichtet worden war, als Preis für seine guten Leistungen überreicht. [PH]



