3.4 Montfaucon 1702
Bernard de Montfaucon, Diarium italicum, Parigi 1702
Fa 150-3020 raro V
Bernard de Montfaucon(1655-1741) trat 1676 dem Benediktinerorden bei und begab sich zwischen 1698 und 1701 im Auftrag seines Klosters St. Germain-des-Prés (Paris), dem Mutterhaus der Mauriner, nach Italien, um alte Handschriften zu studieren. Das Interesse an Bibliotheken manifestiert sich in seiner Beschreibung Roms, die etwa ein Drittel des gesamten Diarium italicum einnimmt (S. 104, Kap. VIII bis S. 301, Kap. XX). Diesen Teil abschließend inserierte er den Abdruck einer Version des Liber de Mirabilibus Romae (S. 283-301). Seine Gelehrtheit äußert sich in der Kenntnis und Wiedergabe anderer Autoren, in Rom ist es vor allem Flaminio Vacca (1538-1605), ein Bildhauer, der sich zwischen 1546 und 1560 dort aufhielt und dessen Memorie di varie antichità trovate in diversi luoghi della città di Roma“ (1594, 1666, 1704) eine wichtige Quelle für Antikenrezeption darstellen.
Montfaucon besichtigt die Stadt in 16 Tagen und beschreibt dabei ausführlich antike und frühchristliche Monumente, wobei er zahlreiche Inschriften wiedergibt. Diese beleben – ebenso wie diverse kleinere Abbildungen – sowohl die lateinische Edition, als auch die englische Übersetzung, die 1725 in London unter dem Titel The antiquities of Italy in zweiter Auflage erschien. In dem Exemplar der Bibliotheca Hertziana des Diarium finden sich besonders bei der Beschreibung von Handschriften spätere Anmerkungen mit Bleistift, die den Inhalt des Textes indizieren. [PH]



