2.7 Nolli 1748

Giovanni Battista Nolli, Nuova Pianta di Roma, Roma 1748

Dg 140-3481 raro IX

1736 entstand im Kreis um Kardinal Alessandro Albani die Idee, einen „äußerst genauen” Stadtplan von Rom zu veröffentlichen. Das Werk, das 1748 von dem Architekten Giovan Battista Nolli vollendet wurde, gilt als Meisterwerk der Kartografie: 21 Quadratkilometer Stadtgebiet, in zwölf Blättern gestochen und mit über 1.300 im Register verzeichneten Orten. Die wissenschaftliche Genauigkeit der topografischen Vermessung ermöglichte die Herausgabe eines Plans von bislang unerreichter Präzision. Nolli brach mit der Tradition der Pläne in „Vogelperspektive“ und wählte stattdessen einen Blick von oben, der die Stadt in orthogonalem Aufriss und erstmals nach Norden orientiert zeigt.

Der „Neue Stadtplan“ unterscheidet klar zwischen bebauten Flächen (in Schwarz) und Freiräumen (in Weiß) und vermittelt so ein prägnantes Bild von Rom der Mitte des 18. Jahrhunderts: Das dichte Stadtgefüge konzentriert sich entlang der Ufer und im Tiberknie, während weiter draußen Villen, Gärten und Weinberge einen beträchtlichen Teil des Raums innerhalb der Aurelianischen Mauern einnehmen. Bei besonders bedeutenden Kirchen und Palästen sind zusätzlich Grundrisse eingefügt, die detaillierte Einblicke in die innere Struktur der Gebäude geben.

Im unteren Teil der Karte sind zwei allegorische Figuren positioniert, die ursprünglich von Giovan Battista Piranesi entworfen und später von Stefano Pozzi überarbeitet wurden. Auf der linken Seite wird die Personifikation des antiken Roms von einer Reihe von Denkmälern und Statuen begleitet, die direkt mit ihr in Verbindung stehen; rechts gegenüber ordnet die Personifizierung der Kirche die Vermessung der Stadt an, umgeben von vier Putten, die gerade mit der kartografischen Aufnahme beschäftigt sind, im Hintergrund sind die Basiliken San Pietro und San Giovanni in Laterano, Referenzkirchen für das Christentum, und das Kapitol, Sitz des Senats, zu sehen.

An der Entstehung und Ausarbeitung der Nuova Pianta waren von Beginn an die maßgeblichen intellektuellen Kreise Roms beteiligt – ein beredtes Zeugnis für die Lebendigkeit der römischen Kulturszene im 18. Jahrhundert. Das Ergebnis dieser gemeinsamen Anstrengungen ist bis heute ein unverzichtbares Instrument für die Erforschung der historischen Entwicklung der Stadt. Es existiert auch eine verkleinerte Einblattausgabe der Nuova Pianta, deren Anschaffung Joseph Jérôme de Lalande den Fremden nachdrücklich empfiehlt, um sich innerhalb der Urbs besser orientieren zu können. [AC]

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