4.2 Cose maravigliose 1540
Le cose maravigliose, Roma 1540
Dg 450-1400 Coll. rom. II
Zwischen dem späten 15. und dem frühen 16. Jahrhundert nahm dank der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern die Zahl der Reiseführer die auf den Markt kamen stetig zu. Unter den vielen neuen Publikationen erfreuten sich die Cose maravigliose dell’alma città di Roma (Die wunderbaren Dinge der erhabenen Stadt Rom), die 1539 erstmals in der Druckerei von Valerio Dorico erschienen, besonderer Beliebtheit. Das Werk erlebte bis weit ins 18. Jahrhundert hinein Dutzende von Neuauflagen und Bearbeitungen und entwickelte sich damit zum ersten großen verlegerischen Erfolg unter den Romführern.
Der Text weist eine klar gegliederte Struktur auf, die sich in vier Abschnitte unterteilen lässt: eine Einführung in die Geschichte Roms von den Anfängen bis in die Neuzeit, eine Beschreibung der sieben Hauptkirchen, ein Kapitel über die weiteren Sakralbauten der Stadt sowie ein detailliertes Verzeichnis der liturgischen Stationen, in der Regel begleitet von einer Chronologie der Päpste.
Die stark christlich geprägte Ausrichtung des Führers zeigt sich in jeder Hinsicht, bereits von seinem Inhalt ausgehend. Die zahllosen Kirchen mit ihren Reliquien und Ablässen erscheinen als die eigentlichen „wunderbaren Dinge”, die der Besucher in der Heiligen Stadt zu entdecken hatte. Die Abfolge der Päpste auf dem Stuhl Petri strukturiert den Verlauf der Jahrhunderte und wird so zu einem eigentlichen Maßstab der Zeit. [AC]



