3.2 Palladio 1558

Andrea Palladio, Le antichità di Roma, Venezia 1558

Dg 450-1581 Coll. rom. I

Im Jahr 1554 veröffentlichte der berühmte Architekt Andrea Palladio aus Padua zwei Reiseführer, die den beiden komplementären Gesichtern der Stadt gewidmet waren: die Antichità di Roma (Die antiken Monumente Roms) und die Descritione de le Chiese, Stationi, Indulgenze et Reliquie de Corpi Sancti, che sonno in la città de Roma (Beschreibung der Kirchen, Stationen, Ablässe und heiligen Reliquien in Rom). Die Antichità di Roma waren ein außerordentlicher Erfolg, wie die zahlreichen Nachdrucke des 16. und 17. Jahrhunderts belegen. Das hier gezeigte Exemplar ist ein Nachdruck, den die Drucker Luigi und Valerio Dorico 1558 herausgaben.

Der Aufbau des Werkes folgt im Wesentlichen einem typologischen Prinzip. Nach einem einleitenden historischen Abschnitt zur Erbauung Roms (Dell’edificazione di Roma) ordnet Palladio die antiken Monumente und Stätten nach Kategorien: funktionale (Mauern, Tore, Straßen, Brücken, Aquädukte, Thermen, Zirkusse, Theater, Amphitheater, Foren, Triumphbögen, Säulen), orografische (Hügel, Hänge, Wiesen) oder allgemein topografische (Velabro, Marsfeld, Tiberinsel, Kapitol). Anschließend widmet er sich den Sitten und Gebräuchen des antiken Rom, um ein breiteres Bild der paganen Welt zu vermitteln.

Die Verbindung zur modernen und christlichen Stadt tritt nur in wenigen, aber bedeutenden Passagen hervor, etwa in der Beschreibung des Apostolischen Palastes im Vatikan und seines Belvedere, die inhaltlich vom übrigen Band abgesetzt sind. Damit betont er, dass Rom „obwohl es so oft eingenommen und zerstört wurde, dennoch noch immer steht, da es den Sitz des heiligsten Stellvertreters unseres Herrn Jesus Christus beherbergt“. [AC]

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